Leder & Veloursleder
Veloursleder pflegen und reinigen: So bleibt die samtige Oberfläche schön
Veloursleder ist im Herbst besonders empfindlich. Nieselregen, Laub und Streusalz hinterlassen schnell Spuren. Mit der richtigen Pflege lassen sich diese ohne Spezialreinigung entfernen. Entscheidend ist, dass Sie Velours nicht wie Glattleder behandeln. Diese Anleitung zeigt, wie Sie Veloursleder reinigen und pflegen.
Was ist Veloursleder?
Veloursleder ist ein Rauleder. Seine Oberfläche wird angeschliffen, bis ein feiner, samtiger Flor entsteht. Dieser Flor ist für den weichen Griff und die matte Optik verantwortlich und macht zugleich deutlich, warum Veloursleder eine andere Pflege benötigt als Glattleder.
Glattes Leder wie Lammnappa hat eine geschlossene Oberfläche, in die Pflegemittel einziehen und die Fasern geschmeidig halten. Bei Velours liegen die Fasern hingegen offen. Wenn sie mit Fett und Öl in Berührung kommen, verkleben sie, die Fläche wird dunkel, speckig und verliert ihren Samteffekt. Was bei Nappa pflegt, schadet bei Velours.
Oft werden die Begriffe Velours, Wildleder und Nubuk durcheinander verwendet. Ursprünglich bezeichnete man damit Leder von Wildtieren wie Hirsch oder Reh, heute wird der Begriff umgangssprachlich für fast jedes Rauleder benutzt. Nubuk ist ebenfalls angeschliffen, aber feiner und kurzfloriger. Für die Pflege gilt bei allen dreien dasselbe Prinzip: Sie muss trocken, sanft und fettfrei erfolgen.
Wo überall Veloursleder steckt
Die meisten Menschen denken bei Veloursleder zuerst an die klassische Wildlederjacke. Tatsächlich begegnet Ihnen das Material jedoch deutlich häufiger.
- Lederjacken und Blazer, wie unsere Velours-Lederjacken für Herren und die Damenjacken aus Lammveloursleder.
- Lammfellmäntel und -jacken: Bei vielen Modellen ist die Außenseite aus Veloursleder, innen sitzt die Wolle. Der Lammfellmantel „KATE” etwa ist außen aus bereits imprägniertem Veloursleder.
- Hausschuhe: Bei den meisten Lammfell-Hausschuhen besteht das Obermaterial aus weichem Veloursleder.
- Schuhe: Loafer und Slipper aus Kalbsveloursleder sowie Damenstiefel aus Velours.
Das ist wichtig, weil die Pflege der Außenseite bei all diesen Stücken gleich funktioniert. Wer die Grundregeln einmal kennt, kann Jacke, Mantel und Schuhe auf dieselbe Weise behandeln. Für die Wollseite von Lammfell gelten eigene Regeln, die wir im Beitrag Lammfell reinigen und pflegen erläutern.
Die Grundausstattung für die Velourslederpflege
Sie benötigen nur drei Dinge:
- Eine Raulederbürste mit Messing-, Krepp- oder Gummiborsten. Sie entfernt Staub und richtet den Flor wieder auf.
- Einen Raulederradierer, der glänzende, platt gedrückte Stellen und kleinere Flecken löst.
- Ein Imprägnierspray für Rauleder, das einen unsichtbaren Schutz auf die Fasern legt, sodass Wasser und Schmutz abperlen.
Lederbalsam, Schuhcreme, Lederöl oder Pflegemilch für Glattleder sind für Veloursleder ungeeignet.
Veloursleder regelmäßig pflegen
Die laufende Pflege ist unspektakulär, macht aber den größten Unterschied:
- Nach dem Tragen ausbürsten, immer in eine Richtung und mit leichtem Druck. So bleiben Staub und Straßenschmutz nicht in den Fasern sitzen.
- Auslüften lassen: Jacken und Mäntel nach dem Tragen nicht sofort in den vollen Schrank hängen, sondern einige Stunden an der Luft lassen.
- Glänzende Stellen sollten früh behandelt werden, da der Flor mit der Zeit an Ärmeln, Taschenkanten oder Schuhspitzen platt wird. Mit dem Radierer leicht darübergehen und anschließend aufbürsten.
Veloursleder reinigen: Flecken richtig entfernen
Wenn doch etwas passiert ist, hängt das weitere Vorgehen von der Art des Flecks ab.
- Trockener Schmutz und Straßenstaub: vollständig trocknen lassen, dann ausbürsten. Nasser Schmutz wird beim Reiben nur tiefer in den Flor gedrückt.
- Wasserflecken: Klingt widersprüchlich, hilft aber: Die gesamte Fläche um den Fleck gleichmäßig mit einem feuchten Tuch anfeuchten, damit kein Rand entsteht, und dann bei Raumtemperatur trocknen lassen. Danach aufbürsten.
- Fett und Öl: Sofort mit einem saugfähigen Tuch abtupfen, nicht reiben. Anschließend etwas Speisestärke oder Talkum auf den Fleck streuen, über Nacht einwirken lassen und am nächsten Tag ausbürsten. Bei großen Fettflecken ist es besser, eine Lederreinigung zu beauftragen.
- Streusalzränder an Schuhen und Stiefeln: Gut trocknen lassen und dann kräftig ausbürsten. Wenn ein heller Rand zurückbleibt, gehen Sie mit einem leicht feuchten Tuch über die ganze Fläche und lassen Sie das Leder erneut trocknen.
Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer verdeckten Stelle, zum Beispiel unter dem Kragen oder am inneren Saum.
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Richtig imprägnieren
Bei Velours ist Imprägnieren die wichtigste Schutzmaßnahme, da die offene Oberfläche Wasser und Schmutz schneller aufnimmt als Glattleder. Ideal ist eine Imprägnierung vor dem ersten Tragen.
Sprühen Sie das Imprägnierspray aus einem Abstand von etwa 30 Zentimetern gleichmäßig auf, am besten draußen oder bei geöffnetem Fenster. Zwei dünne Schichten wirken besser als eine dicke. Lassen Sie das Stück zwischen den Durchgängen und danach vollständig trocknen, bevor Sie es tragen. In der nassen Jahreszeit lohnt sich eine Behandlung alle paar Wochen, bei Schuhen sogar noch öfter.
Wenn Veloursleder nass geworden ist
Ein Regenschauer ist für Veloursleder kein Drama, falsches Trocknen hingegen schon. Gehen Sie wie folgt vor:
- Tupfen Sie die Nässe mit einem saugfähigen Tuch ab, reiben Sie nicht.
- Hängen Sie Jacken und Mäntel auf einen breiten Bügel und stopfen Sie Schuhe mit Zeitungspapier aus.
- Lassen Sie das Leder bei Raumtemperatur langsam trocknen. Niemals auf der Heizung, in der Sonne oder mit dem Föhn! Hitze macht das Leder hart und lässt es schrumpfen.
- Bürsten Sie den Flor nach dem vollständigen Trocknen auf.
Wie Sie mit glattem Leder in derselben Situation umgehen, lesen Sie im Beitrag Lederjacke richtig pflegen.
Die häufigsten Fehler
- Velours mit Lederbalsam, Fett oder Öl behandeln.
- Nasse Flecken reiben statt trocknen lassen.
- Auf der Heizung oder mit dem Föhn trocknen.
- In der Waschmaschine waschen. Veloursleder gehört nicht in die Trommel.
- Ohne Imprägnierung in den ersten Regen gehen.
- In Plastikhüllen lagern. Leder muss atmen, daher ist ein Kleidersack aus Baumwolle besser geeignet.
Häufige Fragen
Kann man Veloursleder mit Wasser reinigen?
Nur sehr vorsichtig. Einzelne Wasserflecken lassen sich entfernen, indem Sie die ganze Fläche gleichmäßig leicht anfeuchten und dann langsam trocknen lassen. Durchnässen oder Einweichen schadet dem Leder.
Welche Bürste ist die richtige für Veloursleder?
Eine Raulederbürste mit Messing, Krepp oder Gummiborsten. Messing eignet sich für robustes Velours und hartnäckigen Schmutz, Krepp und Gummi für feines Velours und die tägliche Pflege.
Darf man Veloursleder eincremen?
Nein. Cremes, Balsam und Öle verkleben den Flor und machen die Oberfläche dunkel und speckig. Velours wird ausschließlich gebürstet und imprägniert.
Wie oft sollte man Veloursleder imprägnieren?
Vor dem ersten Tragen und danach mehrmals pro Saison, in der nassen Jahreszeit etwa alle paar Wochen. Schuhe brauchen die Behandlung öfter als Jacken.
Was ist der Unterschied zwischen Veloursleder und Wildleder?
Beides sind Rauleder mit samtiger Oberfläche. Wildleder stammte ursprünglich von Wildtieren, heute wird der Begriff umgangssprachlich für fast jedes Rauleder verwendet. Die Pflege ist dieselbe.
Gibt es bei Hollert Kleidung aus Veloursleder?
Ja. Bei Hollert gibt es Jacken, Blazer, Schuhe und Hausschuhe aus Veloursleder, für Damen und für Herren.
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